Mein erstes Mal. Wie bin ich Videografin geworden?

Es war unglaublich aufregend. Ich wollte Hochzeiten filmen, Videografin werden, aber wie?

Ich war Biologin, habe schon lange zum Spaß fotografiert und kleine Aufträge erfüllt bis ich eine Kamera geschenkt bekommen habe, die auch Videos in einer hohen Qualität aufnehmen konnte. Dann habe ich für mich eine ganz neue Welt entdeckt, die so viel komplizierter, aber auch vielfältiger und spannender als die Fotografie war.

Zum Glück wurde ich zu einer Hochzeit eingeladen und habe meine Kamera mitgenommen. Es gab einen guten Fotografen und keinen Kameramann. Dann dachte ich mir „warum nicht? es ist eine Chance“ und habe angefangen zu filmen. Ohne Stabilisierung war alles verwackelt, aber trotzdem spannend, emotional und hat mir unglaublich viel Spaß gemacht.

Ich habe bestimmt zwei Monate gebraucht, um einen Film daraus zu schneiden. Ich hatte keine Ahnung von der Software und musste jede Kleinigkeit lernen. Gott sei Dank gibt es heutzutage Youtube, wo sich unzählige Tutorials finden lassen. Vor 10 Jahren hätte ich es bestimmt nicht geschafft.

Ich war so aufgeregt. Der Tag ist gekommen. Ich und mein Freund wurden zu diesem Brautpaar eingeladen und ich wollte mein Video zeigen. Würde es ihnen gefallen? Hat es sich gelohnt so viel Zeit damit zu verbringen? Das Licht ging aus. Alles war still bis ich einen Schluchzer gehört habe. Tränen liefen über die Wangen der Braut.

Ich war so stolz und erleichtert. Ich habe ein Gefühl einer Erfüllung gespürt. Vor mir saßen Menschen, die ich mit meiner Arbeit glücklich gemacht habe. Dann stand die Entscheidung fest. Ich wollte nicht mehr jahrelang im Labor stehen und hoffen etwas zu entdecken, was der Menschheit helfen würde. Das passiert so selten, dass es fast unmöglich ist. Stattdessen konnte ich weniger Menschen glücklich machen, aber mit Sicherheit.

Deine Videografin Kira

P.S. Danke Thorsten Cronauge für dieses Foto von mir.